Lagerbiere sind meist als blass und knackig bekannt, leicht gehopft und subtil, mit einem sauberen Abgang. Aber sie können auch bernsteinfarben oder dunkel sein, reichhaltig, röstig und vollgepackt mit Charakter. Warum nicht das neue Jahr mit einem Lagerbier beginnen?

Autorin: Malin Norman

Starten wir mit der hellen Seite. Das Original Pilsner, Pilsner Urquell aus Tschechien, gilt als eines der besten Lagerbiere der Welt. Das knackige, erfrischende, goldfarbene Lagerbier wurde erstmals 1842 aus lokalen Zutaten gebraut und wird auch heute noch hergestellt. Es wird am besten frisch vom Fass serviert und es gibt drei Arten, es einzugießen, jede mit einem anderen Geschmack, abhängig von der Menge des Schaums.

Ich hatte vor einigen Jahren auf der Beer Bloggers & Writers Conference das Vergnügen, ungefiltertes Pilsner Urquell zu probieren, das in einem riesigen Tank direkt von der Brauerei geliefert wurde. „Während die meisten Lagerbiere den größten Teil ihres Geschmacksprofils im vorderen Teil des Mundes verraten, deutet Pilsner Urquell seinen Geschmack dort nur an“, sagte die Brauerei damals. „Stattdessen entwickelt es sich in der Mitte, gefolgt von einem erfrischenden, sauberen Abgang und einem ausgewogenen Nachgeschmack, der dazu einlädt, noch einen zu trinken.“ Und wir hatten tatsächlich noch eines oder zwei von diesem herrlichen Pilsner.

© Pilsner Urquell

Dunkel, rauchig und alkoholisch

Aber Lagerbiere können auch tiefer und reichhaltiger in Farbe und Geschmack sein. American Amber Lager ist ein süffiges Bier, das mehr Röst- und Karamellmalz aufweist. Brooklyn Lager ist ein großartiges Beispiel mit Toffeenoten und einem blumigen Hopfenaroma, das durch trockene Hopfung verstärkt wird. Mit Rauchbier, einem deutschen bernsteinfarbenen Lagerbier, das mit Rauchmalz gebraut wird, können Sie noch einen Schritt weiter gehen. Manchmal wird es als nach Lagerfeuer, Speck oder Würstchen riechend beschrieben und passt gut zu deftigem Essen. Cervejaria Bamberghas aus Brasilien hat mit seinem Rauchbier mehrmals den World Beer Award gewonnen. Probieren Sie es unbedingt aus, wenn Sie es zufällig sehen.

Und Sie können mit Schwarzbier noch dunkler werden – einem dunklen deutschen Lagerbier, das sanftes Röstmalz mit Hopfenbittere ausbalanciert. Ein Beispiel ist Litovel’s Schwarzbier Premium Dark, ein weiteres preisgekröntes Bier aus der Tschechischen Republik. Oder Sie entscheiden sich für einen Doppelbock wie Ayinger Celebrator, das zu den besten Bieren der Welt zählt, herrlich stark und malzig. Dies sind nur einige wenige, es gibt noch viele weitere Lagerbierstile, die darauf warten, entdeckt zu werden.

© Kloster Andechs

Es geht um das Erlebnis

Die Craft Bier-Industrie ist kreativ und so auch bei Lagerbieren, bei denen manchmal unerwartete Geschmacks- und Aromastoffe hinzufügt werden. Guinness brachte vor einigen Jahren das Hop House 13 Lager auf den Markt, ein doppelt gehopftes Lagerbier mit australischem und amerikanischem Hopfen. Ein anderer neuerer Stil ist das India Pale Lager, das wie ein Lagerbier vergoren wird, aber mit viel Hopfen wie ein India Pale Ale, was ein helles und erfrischendes Bier ergibt. Oder wie wäre es mit dem experimentellen Hop Burn Low von Mikkeller, einem Double IPA/Pilsner-Hybrid mit satten 10 % ABV?

Eines meiner bisherigen Lieblingsbiererlebnisse war in der Klosterbrauerei Andechs in Deutschland. Nach einer verregneten Wanderung durch schöne Wälder, geführt von einem einheimischen Freund, erreichten wir das Kloster und machten uns auf den Weg zur Brauerei. Mit einem Andechser Export Dunkel in der Hand, das perfekt eingeschenkt war, begaben wir uns auf die Terrasse und genossn das süffige, kupferfarbene Bier zusammen mit einer riesigen Brezel, während wir den Regenbogen über der wunderschönen Landschaft beobachteten. Was für ein Genuss!

© Pilsner Urquell

Einige klassische Lagerbiere zum Probieren:

Pilsner Urquell (4,4% ABV): Wird nicht umsonst das beste Lagerbier der Welt genannt. Erfrischende Knusprigkeit, ausgewogene Karamellsüße vom Malz und angenehme Bitterkeit vom Saazer Hopfen. Wird vom Fass serviert und zu Ihrem bevorzugten Schaumstil eingeschenkt.

Samuel Adams Boston Lager (5,0%): Das Bier, das die amerikanische Bierrevolution mit anführte. Ein Wiener Lager, vollmundig, reichhaltig und süffig. Während Sie im Sam Adams-Modus sind, probieren Sie auch ihr neues Wicked Easy (4,7%), ein leichtes und trübes Lagerbier, das laut der Brauerei „wie ein freier Tag schmeckt“.

Andechs Export Dunkel (4,9%): Ein großartiges Beispiel für ein Münchner Dunkel. Dieses dunkle Lagerbier mit weichen Aromen von Malz, nussigem Karamell, Kaffee und Kakaobohnen ist sehr süffig. Nach einer Wanderung zur Klosterbrauerei ist es ein fabelhafter und wohlverdienter Genuss.

Ayinger Celebrator (6,7%): Ein ausgewogener Doppelbock mit dominantem Malzgeschmack und ausgeprägten Kaffeenoten. Celebrator wurde bei den World Beer Awards zum World’s Best Lager Strong gekürt und erhält 100 von 100 Punkten bei RateBeer.

Bildmaterial: Pilsner Urquell, Kloster Andechs