Autorin: Malin Norman

Das Gastgewerbe ist schwer von der Coronokrise betroffen. Wenn alle zu Hause bleiben müssen, kommen Kneipen, Bars, Brauereien und Schänken in Bedrängnis. Die innovativen Möglichkeiten, mit denen Brauereien und Pubs derzeit Hilfe anbieten und ihre Unternehmen am Leben erhalten, geben jedoch Anlass zur Hoffnung.

Die Brauerei-Community hält auch in der Krise zusammen, wie beispielsweise All Together beweist. Die Idee zu dieser weltweiten Bierinitiative zur Unterstützung der Brauerei-Branche kommt aus dem Hause Other Half Brewing in Brooklyn, New York. All Together ist eine Open Source-Kollaboration für ein Bier, bei dem jeder Brauereimeister mitmachen und eine eigene Version brauen kann. Ein Teil der Gewinne kommt dann Gastronomie-Mitarbeiter zugute. „Wir laden alle Brauereien aus allen Ecken der Welt zur Teilnahme ein“, so Sam, Matt und Andrew, die Gründer von Other Half. „Das Rezept steht allen zur Verfügung, die Kunst ist öffentlich, ihr könnt den Namen verwenden. Das Ziel ist, das Bier so preisgünstig wie möglich zu brauen.“

In Großbritannien hat die beinahe 20.000 Mitglieder starke Organisation CAMRA (Campaign for Real Ale) in Zusammenarbeit mit SIBA (Society of Independent Brewers) und Crowdfunder die Kampagne Pulling Together ins Leben gerufen. Diese neue Bewegung möchte Pubs, Clubs, Brauereien, Schänken und Cider-Produzenten helfen und sie dazu anhalten, ihr Unternehmen mit neuen Ideen am Leben zu halten. Gemeinsam mit Crowdfunder bewirbt CAMRA Chancen für die Brauerei- und Pub-Branche für lokale Unterstützung während der Krise. Über die Kampagne „Pay it Forward“ können Kunden heute für Bier, Essen und Eintrittskarten zahlen und dann zu einem späteren Zeitpunkt einlösen.

In den USA hat Craft Beer & Brewing mit dem  Craft Beer & Brewing Cares $100,000 Grant Program eine riesige Initiative gestartet, bei der kleine Unternehmen, die von der Coronakrise betroffen sind, 100.000 USD für Werbung erhalten. Craft Beer & Brewing nehmen Anträge für Zuschüsse in Höhe von 5.000 USD in Form von Anzeigen-Guthaben auf seinen Plattformen pro Unternehmen entgegen. „Wir haben monatlich über 1 Millionen Webseitenaufrufe, Tendenz steigend. Das Medium Craft Beer & Brewing bietet so eine seltene Möglichkeit, effizient neue Kunden zu erreichen“, sagt John Bolton, Mitbegründer und CEO von Craft Beer & Brewing Magazine. „Es gibt keine Universallösung für alle aktuellen Herausforderungen der Brauerei-Branche. Mit diesem Programm möchten wir jedoch Teil der Lösung sein.“

Zudem gibt es zahlreiche weitere Beispiele wie Drive-Throughs, Take-Aways und Heimlieferservice wie das Pub in a Box von Signature Brew, von arbeitslose Musiker geliefert. Die Box beinhaltet preisgekrönte Biere, Biergläser, Bierdeckel, von Musikjournalisten zusammengestellte Playlists, ein Pub Quiz und Pub Snacks. Außerdem gibt es zahlreiche Podcasts sowie digitale Pubs und Treffen. Marston’s Beer Company eröffnete Armchair Arms, ein virtuelles Pub, wo es jede Woche etwas neues gibt. Sagenhafte 15.000 Menschen schauten die erste Live-Verkostung mit Chef-Braumeister Jon Tillson von Hobgoblin’s Head an. 

Sorgen wir dafür, dass die Bier-Community auch weiterhin stark bleibt.

Bildmaterial: alltogether.beer; Malin Norman