„Indien ist ein großes Land in Südasien mit einer äußerst vielfältigen Landschaft – von den Gipfeln des Himalayas bis zur Küste des Indischen Ozeans – und einer fünftausendjährigen Geschichte. Im Norden findet man Wahrzeichen des Mogulreichs wie das Rote Fort in Delhi und die riesige Moschee Jama Masjid, außerdem das berühmte Mausoleum Taj Mahal in Agra. Pilger baden im Ganges in Varanasi. Rishikesh ist ein Yogazentrum und Ausgangspunkt für Wanderungen im Himalaya.

So beschreibt Wikipedia Indien und wahrlich – Indien ist ein faszinierendes Land mit vielen unterschiedlichen Kulturen, Sprachen sowie einer herausragenden Kulinarik, die manchem die Tränen in die Augen treibt. Dies sind jedoch Tränen der Faszination und der Tatsache, das es mehr gibt womit Essen gewürzt werden kann, und das dies nicht nur Salz und Pfeffer ist.

Zu der Kulinarik hat sich in den letzten Jahren noch der Craft-Brewing-Trend gesellt. Man schätzt, dass dieser Industriezweig stand heute einen Wert von ca. 150 Million US-Dollar hat und in der Zukunft, wenn gesetzliche Schranken weichen, noch weiter wachsen wird. Indien wird als der Biermarkt der Zukunft umschrieben und Wagemutige behaupten sogar, dass es der zukünftige indische Markt mit dem US-Markt verglichen werden kann. Gründe zu dieser Annahme gibt es zahlreiche, denn indische Brauer produzieren erstklassige Biere mit viel Tiefgang und Aromatik, die allgemeine Gesetzeslage, welche aktuell die Bierdistribution einschränkt, befindet sich ebenfalls im Wandel. Und dann ist noch die Bevölkerung, die ein gestiegenes Bildungsniveau aufweist und in Folge dessen der Wunsch nach einem tendenziell westlichen Lebensstil steigt. All dies durfte ich während einer Geschäftsreise im April 2019 persönlich erleben.

Anlässlich der Drinktech India flog ich nach Bengaluru, eine Stadt, die in den vergangen 15 Jahren dank der IT-Industrie ein rasantes Wachstum zu verzeichnen hat. Dieses Wachstum konnte überall dokumentiert werden. Vor allem die Verkehrssituation auf viel zu engen Strassen und zu vielen Autos und Zweirädern ist ein Zeugnis davon, dass diese Stadt mit über 15 Millionen Einwohner derzeit an seine Grenzen stösst. Das positive ist aber, dass es kein Jammern oder Wehklagen gibt – im Gegenteil begegneten mir nur motivierte und positive Menschen, die ihr Leben selber in die Hand nehmen wollen und nicht erst auf darauf warten, dass Ihnen eine Chance geboten wird.

Dies wird auch durch die Tatsache belegt, dass Bengaluru die indische Craft Beer-Hauptstadt ist und mit die besten meisten Mircobreweries Indiens beheimatet. Somit war es folgerichtig, dass einen Tag vor der Drinktech India die Firma S Brewing Company eine Paneldiskussion mit zahlreichen Vertretern der indischen Brauindustrie durchführte. Es entwickelte sich eine sehr lebhafte Diskussion über typisch indisches Bier, das perfekte Glas für ein perfekt gezapftes Bier, Hygiene in der Brauerei als auch in der Bar, der Wunsch nach einfacheren Gesetzen für die Bierbranche aber auch, und hier kam BLEFA ins Spiel, Informationen rund um das Thema Edelstahlkeg.

Im Anschluss an diese Diskussion gab es eine sehr schöne After-Business Party wo zahlreiche gute Gespräche geführt wurden, gepaart mit gutem Bier und leckerem Essen. Je später der Abend umso ausgelassener wurde bei typischer indischer Musik gefeiert und getanzt.

Am folgenden Tag ging es dann mit meinem treuen Begleiter, Napoleon Biswajeet Pattanaik, einem Mitarbeiter der Firma S BREWING Company, zu Drinktech India.

Diese Messe findet dreimal im Jahr an unterschiedlichen Orten statt und in Bengaluru präsentierten sich viele relevante Vertreter des indischen Biermarkts sowie einige internationale Unternehmen. Die Messe bestätigte die positiven Eindrücke, die man in den vergangen Tage gewinnen konnte. Überall war Enthusiasmus und Hingabe für das Thema Craft Beer spür- und erlebbar.

Zusammengefasst war dies eine Reise, die sehr positiv in Erinnerung bleiben wird. Viele gute Gespräche und wertvolle Informationen über einen Markt, über welchen wir in Zukunft wahrscheinlich noch viel hören werden, machte diese Reise zu einem vollen Erfolg. Indien hat nun einen neuen Fan gewonnen.

 

Autor: Joerg Roeder

Bildmaterial: Joerg Roeder