Autorin: Malin Norman

Die dunklen, schweren, süß-malzigen Winterbiere waren gut, aber jetzt steht uns der Sinn nach leichten, süffigen Getränken; einem Vorgeschmack auf den Frühling eben. Aber woran erkennt man ein gutes Frühlingsbier?

Im Winter sind die Biere meist süß und schwer, sie wärmen uns in den kalten Wintermonaten. Frühlingsbiere sind trockener, knackiger, sie bergen die Verheißung von warmen Sonnentagen im Freien. Beim Stichwort Frühlingsbiere fällt vielen sofort Bockbier ein, das die anstehende Zeit der Blüte feiert. Stärker als ein typisches Lager, dunkelgolden gefärbt, mit robustem Malz-Geschmack und leicht hopfig kann so ein Bock ein hervorragendes Getränk für den Übergang sein.

Ein leckeres Session IPA geht auch immer. Und das eigentlich zu jeder Jahreszeit. Dieser Bierstil wird vom Hopfengeschmack dominiert, der geringere Alkoholgehalt hingegen macht es durchaus süffig. Interessanterweise haben amerikanische Craft-Brauereien White IPA als Bier für den späten Winter/das Frühjahr entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Vermählung des American IPA mit dem belgischen Wit. Diese fruchtig-erfrischende Version des IPA ist heller in der Farbe, weniger voll im Geschmack und besticht durch die für das Wit typischen Hefe- und Gewürzaromen.

Frühling ist die Zeit der Wiedergeburt, des Wachsens und der Erneuerung. Der Anfang der grünen Jahreszeit ist der perfekte Zeitpunkt für Biere mit etwas frischem Hopfen, was ein leichteres und dabei angenehm bitteres Bier ergibt. Ein weiterer Frühlingsfavorit ist Kiefer, der Braumeister mit bestimmten Hopfensorten sehr nahe kommen – ein Garant für bierige Frühlingsgefühle.

Eine weitere gute Option ist ein Kölsch. Dieses frische, klare, fein ausgewogene Bier bringt meist einen subtilen Frucht- und Hopfencharakter mit. Oder wie wäre es mit einem Farmhouse Ale wie Saison, dem mit viel Kohlensäure versetzten Bier im belgischen Stil, das mit wilder Hefe fermentiert wird. Früher war der Alkoholgehalt eher gering, heute ist das anders. Blass und erfrischend mit spritzigen Pfeffernoten: So erwacht man doch gerne aus dem Winterschlaf und wendet sich Terrasse oder Garten zu.

Sind Sie schon in der Stimmung für Frühlingsbiere? Es gibt noch viele weitere Optionen. Wer Hopfen mag, ist mit einem Brut IPA – knochentrocken wie Champagner – oder einem tropisch-fruchtigen IPA mit Ananas und Mango gut beraten. Oder vielleicht eines der süffigeren Sauer- oder Weizenbiere, wie beispielsweise eine erfrischend saure und alkoholarme Berliner Weisse. Die eignet sich bestens für einen besonders warmen Tag.

Malins liebste Frühlingsbiere:

Saison Dupont Bio (5,5 %). Ein wirklich feiner Durstlöscher. Komplex aber leicht mit einem Hauch Zitrus. Eines der ersten Bio-Biere.

Beavertown Neck Oil Session IPA (4,3 %). Geschmacksexplosion eines leichten, lebendigen Bieres mit floral-frischen Noten. Die Brauerei beschreibt es folgendermaßen: „Unser IPA für alle Fälle.“

Stone White Ghost Berliner Weisse (4,7 %). Eine moderne Version der klassischen Berliner Weisse mit erfrischendem Zitrusgeschmack und etwas höheren Umdrehungen.

Bildmaterial: Stone Brewing