Der erste African Beer Cup fand kürzlich in Kapstadt und Johannesburg statt. Bisher waren die afrikanischen Bierwettbewerbe weitestgehend auf südafrikanische Brauereien beschränkt, zum einen aufgrund der Schwierigkeiten beim Biertransport auf dem Kontinent und zum anderen, weil die Bierszene nur langsam über die südafrikanischen Grenzen hinauswächst. Glücklicherweise ändert sich das allmählich.

Autorin: Lucy Corne

Bildrechte: Lucy Corne

Die Einsendungen für den African Beer Cup kamen aus 11 verschiedenen afrikanischen Nationen, darunter Handwerksbrauereien aus Namibia, Nigeria, Tansania, Kenia und Mauritius. Mittlerweile gibt es mehr als 20 Kleinbrauereien in ganz Afrika und die rund 200 Brauereien innerhalb der südafrikanischen Grenzen.

Es mag nicht viel klingen, aber diese Brauereien entwickeln sich rasant, gewinnen eine immer größer solide lokale Fangemeinde für sich und bewegen sich schnell von der typischen „Wir müssen ein helles Lagerbier brauen“-Phase des Kontinents hin zu neuen faszinierenden Stilen, die oft die Vorteile der lokalen Zutaten für sich nutzen. Medaillen des African Beer Cup gingen unter anderem an eine Mango-IPA der Bateleur Brewery in Kenia und ein mit Kaffee angereichertes Starkbier mit Sorghum sowie gemälzte Gerste aus Nigerias einziger Kleinbrauerei Bature.

Es ist nicht einfach, die erste Kleinbrauerei im Land zu sein, aber es ist spannend. Kevin Conroy, Mitbegründer der Bature Brewery, hat dazu beigetragen, eine solide Gruppe an Bierliebhabern in der Hauptstadt Abuja aufzubauen und er ist zuversichtlich, dass bald weitere Brauereien eröffnet werden. „Es ist unmöglich, dass eine Kleinbrauerei für den Durst der gesamten Bevölkerung ausreicht“, sagt Kevin. „Es besteht immer Bedarf an Zusammenarbeit zwischen den Akteuren des Sektors, und die Aussicht auf weitere Brauereien bedeutet, dass wir mehr Menschen haben, mit denen wir zusammenarbeiten und Ideen austauschen können.“

Es ist nicht einfach, die erste Kleinbrauerei im Land zu sein, aber es ist spannend. Kevin Conroy, Mitbegründer der Bature Brewery, hat dazu beigetragen, eine solide Gruppe an Bierliebhabern in der Hauptstadt Abuja aufzubauen und er ist zuversichtlich, dass bald weitere Brauereien eröffnet werden. „Es ist unmöglich, dass eine Kleinbrauerei für den Durst der gesamten Bevölkerung ausreicht“, sagt Kevin. „Es besteht immer Bedarf an Zusammenarbeit zwischen den Akteuren des Sektors, und die Aussicht auf weitere Brauereien bedeutet, dass wir mehr Menschen haben, mit denen wir zusammenarbeiten und Ideen austauschen können.“

Lokal agieren

Wie viele andere Mikrobrauer startete auch Kevin als Hausbrauer. Dieses Hobby gewinnt allmähich auf dem ganzen Kontinent an Dynamik, aber der Zugang zu Zutaten und Ausrüstung schafft eine Barriere für diejenigen, die vorhaben, zu Hause ihr eigenes Bier zu brauen. Ein Land mit einer leidenschaftlichen und wachsenden Hausbraukultur ist Kenia, wo eine Handvoll Kleinbrauereien auch Handel betreiben. Im benachbarten Tansania sitzt Chintu Patel an der Spitze der Crafty Dee’s Brewing Company. Es gibt nur eine weitere Brauerei im Land, aber Chintu ist optimistisch, was die Zukunft des Handwerks in Ostafrika betrifft.

„Wir sind immer noch unter 1hL pro Monat, aber unser stetiges Wachstum hat gezeigt, dass es ein reges Interesse an dem Handwerk vor Ort gibt“, sagt Chintu. „Es ist Zeit, von Nano zu Mikro zu skalieren!“ Craft Dee’s, wie die meisten afrikanischen Kleinbrauereien, konzentriert sich auf den unmittelbaren Markt, anstatt zu versuchen, landesweit zu verkaufen oder die Biere zu exportieren. „Unsere Strategie ist es, den Verbrauch vor Ort und in der Nähe unseres Standorts zu steuern“, sagt Chintu. „Dadurch bleibt das Bier frisch, die Verpackung und der Vertrieb beschränken sich auf ein Minimum und wir erreichen eine bessere Gesamtmarge.“

Eine Brauerei, die ihr Publikum erweitern möchte, ist Big Sip Co. in Botswanas Hauptstadt Gaborone. Big Sip wurde 2017 gegründet und war die erste Brauerei im Land. Sie haben bereits ihre Kapazitäten ausgebaut und das Sudhaus modernisiert. Als nächstes steht die Expansion in das ganze Land und sogar südlich der Grenze an. „Wir vertreiben unser Bier derzeit hauptsächlich in Gaborone, aber auch im Rest des Landes, in Kasane, Maun und im Okavango-Delta“, sagt Mitbegründer Alex Moss. „Sehr bald werden wir mit der breiteren Distribution über Spirituosenläden in einer Reihe anderer Städte und Dörfer im ganzen Land beginnen. Wir haben auch gerade unsere ersten Fässer an Capital Craft in Pretoria sowie Fässer und Flaschen an Craft Beer Library in Johannesburg verschickt. Wir freuen uns auf das Feedback von Bierliebhabern in Südafrika.“

Herausforderungen meistern

Aber die Gründung einer Brauerei in einem wasserarmen Binnenland ist nicht ohne Herausforderungen umzusetzen. „Die meisten unserer Rohstoffe stammen aus Südafrika“, sagt Alex. „Wir stehen also vor der zusätzlichen Herausforderung, eine Reihe von Lieferungen aus Johannesburg und Kapstadt kommen zu lassen.“ Herausforderungen wie diese finden sich auf dem ganzen Kontinent – der Mangel an lokal verfügbaren Materialien und Ausrüstungen, regulatorische Fragen, Kämpfe mit der Bürokratie, Mangel an entsprechenden Fähigkeiten der Arbeitskräfte, Unterbrechungen der Wasser- und Stromversorgung und natürlich die Herausforderung, lebenslange Makro-Biertrinker auf die Nuancen von Craft Bier umzulenken.

Dies ist jedoch die angenehmste Herausforderung, die es zu meistern gilt. „Als erste Kleinbrauerei des Landes haben wir die Mammutaufgabe, Batswana (Bürger Botswanas) über Craft Bier aufzuklären und herauszustellen, wie es sich von in Massen produziertem Bier unterscheidet“, sagt Alex. Aber es wird deutlich, dass er genau diese Aufgabe mit Leidenschaft angeht. Bature’s Kevin Conroy genießt die Herausforderung ebenfalls. „Am Ende treibt uns die Größe des Marktes voran, wir haben die einzigartige Gelegenheit, über 150 Millionen Menschen das erstmalige Schmecken eines Craft Bieres zu ermöglichen“, strahlt er.

Auf dem gesamten Kontinent herrscht großer Optimismus, wenn es um Bier geht. Viele Länder auf der ganzen Welt sehen einen Einbruch des Bierkonsums und eine Verlangsamung der Zahl der eröffneten handwerklichen Brauereien, aber in ganz Afrika ist im Augenblick eine gute Zeit für alle Bierliebhaber.