Autorin: Malin Norman

In unserer Reihe mit Brauereiprofilen präsentieren wir heute Villovägens, eine Mikrobrauerei in Schweden. Eine solide Auswahl klassischer Bierstile in einer tollen Schänke mitten in der Innenstadt macht Villovägens zum Inbegriff lokaler Bierkultur.

In Falun, bekannt für seine Kupfervorkommen, mangelt es also nie an hervorragendem Bier. Von Chefbrauer Sven Eklund wollte ich mehr wissen.

Beschreibe uns doch mal die schwedische Bierszene.

Schweden mag ein kleines Land sein, aber wir haben internationale Trends schon immer schnell aufgegriffen und weiter entwickelt. So war es auch mit dem Craft-Bier. Jede Stadt hat mindestens eine Mikrobrauerei, wo mit Bierstilen, Prozessen und Zutaten experimentiert wird, beispielsweise Bier mit Süßigkeiten und Gebäck oder Sauerbier, das wie Blaubeerkuchen schmeckt. Die Schweden lieben sowas und wollen wissen, wie ihr Bier gebraut wird. Sie sagen dann: „Gutes Bier, mit welchem Hopfen hast du das kaltgehopft?“ Schweden wollen gutes Bier genießen und mehr darüber wissen.

Gleichzeitig dominieren ein paar große Brauereien den Markt mit billigem, industriellem Lager in Dosen. Aber auch sie sehen die anspruchsvollen, erfahrenen Biertrinker in Schweden, die das richtige Bier zum Essen wollen.

Was ist die Story eurer Brauerei?

Wie viele andere kleine Brauereien auch haben wir im Keller mit ein paar Freunden angefangen, das war 2013. Mit einem Braumeister 50 Liter haben wir für Einheimische gebraut, die Craft-Bier wollten, auch für ein paar Restaurants. Im Laufe der Jahre wurden wir immer besser und sind 2016 in eine größere Brauerei gezogen.

Wir machen nicht nur gutes Bier, für uns ist die Brauerei auch ein Ort des Beisammenseins und der Freude. Das historische Gebäude stammt aus dem Jahr 1884, hier hat die Feuerwehr früher Schläuche gelagert. Außerdem ist es wunderschön und mitten in der Innenstadt am Fluss perfekt gelegen.

Warum ist Villovägens anders?

Der Markt für Brauereien ist übersättigt, die Kunden sind nicht sehr loyal, der Preisdruck macht die Sache noch schwieriger. Unter diesen Umständen brauchst du ein Alleinstellungsmerkmal oder musst mehr bieten können als nur preiswertes Flaschenbier.

Wir haben schon frühzeitig beschlossen, dass wir ein lokales Bier für unsere Stadt Falun sein wollen. Wir nennen es „Faluns eigenes Bier“ und versuchen nicht, in die Nachbarstädte oder gar das ganze Land zu expandieren. Wir haben ein recht breites Angebot mit ein paar klassischen Stilen, damit für jeden Geschmack und Anlass etwas dabei ist.

Was ist den Lieblingsbier?

Das wechselt immer mal. Ich bin sehr stolz auf „Falu Gruvlig“, ein Russian Imperial Stout, das wie ein Dessert-Bier ist. Wenn sich jemand, der bei Bier immer nur an leichtes Lager denkt, bei einem zimmerwarmen Bier mit köstlichem Blauschimmelkäse, Schokolade oder Lakritz sich überzeugen lässt, ist das toll. Wir hören ganz oft: „Wow! Was für eine Kombination! Ich wusste gar nicht, dass Bier so schmecken kann!“